Cooperativa La Voz – Geschichte der Maya Kaffee Kooperative Guatemala


Unsere Kaffee Kooperative „La Voz“, wurde 1979 durch 20 Gründungsmitglieder, 15 Männer und 5 Frauen, in Guatemala gegründet. Heute hat die Cooperativa 162 Mitglieder - davon 98 Männer und 64 Frauen. 100% der Mitarbeiter sind kleine Produzenten von Bio-Kaffee, deren individuelles Grundstück jeweils weniger als einen Hektar beträgt.

Die extreme Armut, unter denen die Maya Familien bei der Gründung der „Cooperativa La Voz“ vor 40 Jahren litten, war nach Meinung der Gründungsmitglieder nur noch vergleichbar mit der Armut, wie sie Johannes der Täufer gemäß der Bibel durchlebte. Im Andenken an die Leiden des Schutzpatrons einigte man sich darauf, die Genossenschaft nach seinem berühmten Satz (Joh 1, 23) zu benennen: "Ich bin nur die Stimme, die in der Wüste ruft..." - kurz: "Die Stimme“ - „La Voz“!


Religion in der Kooperative La Voz

Der eine Teil der Mitarbeiter der Kooperative „La Voz“ gehört der katholischen Kirche und der andere Teil der protestantischen (evangelischen) Kirche an. Beide Gruppen bekennen sich zum christlichen Glauben und glauben, dass Kaffee ein Segen Gottes ist. Aus diesem Grund werden zu Beginn und am Ende jeder Ernte, jeweils zwei Gottesdienste gefeiert: Eine Messe im Namen der katholischen Kirche und eine im Namen der protestantischen Kirche. Alle Mitglieder der Kooperative "Die Stimme, die in der Wüste ruft" besuchen immer auch beide Gottesdienste. Eine Diskriminierung der beiden Glaubensrichtungen findet nicht statt.


Erste Produzenten und Produkte

Andrés Cholotío Pérez war derjenige, der offiziell als Erster damit begann, in San Juan La Laguna (Guatemala) Kaffee zu pflanzen. Er startete mit der Sorte Bourbón, die in den Jahren 1950-1960 populär war. Zu dieser Zeit war Kaffee ein Symbol für Reichtum. „Deshalb hatte unser Großvater viel Land und ein großes Grundstück, mit einem großen und solide gebautem Haus“, berichten seine Enkel heute. „Soweit wir wissen, hatte nur er ein Bett um bequem darin zu schlafen. Die anderen Leute schliefen auf Brettern oder auf dem Boden“.

Als der Anbau von Kaffee in Guatemala begann, gab es noch keine Säcke. Damals wurde die Ernte in Decken gesammelt und diese dann zu Rucksäcken gebunden. Die Kaffetrauben wurden auch nicht zu Pergament-Kaffee zerkleinert, sondern noch in Traubenform nach San Lucas Tolimán gebracht, um sie an den Verkäufer zu liefern. Die Familien konsumierten den Kaffee damals ebenfalls in Traubenform. Getrocknet in der Sonne, wird dieser unter den Maya, "kape K'ooy" genannt, was soviel heißt wie „kleine Bällchen“, oder besser bekannt als: natürlicher Kaffee.


Das Erbe des Don Andrés Cholotío Pérez – Die Cooperativa La Voz

Don Andrés Cholotío Pérez war somit der erste, der in San Juan La Laguna Kaffee-Setzlinge pflanzte. Aber er half auch benachbarten Bauern bei der Aufrechterhaltung ihrer produktiven Grundstücke. Dabei vernachlässigte er nie seinen traditionellen Ansatz der Mischkultur: Mais, Bohnen, Zwiebeln, Tomaten und sogar Baumwolle wurden neben die Kaffeepflanzen gesetzt.

Die Nachkommen von Don Andrés Cholotío Pérez setzten den Kaffeeanbau bis heute fort. Sein Urenkel, Andrés Navichoc Cholotío, war der Hauptinitiator bei der Gründung der Integralen Landwirtschaftsgenossenschaft "Die Stimme, die in der Wüste ruft" im Jahr 1979. Er hatte auch die Position des Bürgermeisters von San Juan La Laguna und des Gemeindesekretärs mehrerer Gemeinden im Department von Sololá inne.

Somit entstand aus dem Stammbaum von Don Andrés Cholotío Pérez die Initiative, die Genossenschaft "La Voz" in San Juan La Laguna, zu gründen, um den Kaffeeanbau in Guatemala zu stärken und auf organisierte Weise, Kaffee zu produzieren und zu vermarkten. Dadurch wird die Lebensqualität der Maya Familien in Guatemala, sowie deren Mitarbeiter, verbessert und Arbeitsplätze für weitere Familien werden geschaffen.


Die Genossenschaft – Die Maya Kaffee „Cooperativa La Voz“

Die Genossenschaft Cooperativa La Voz ist eine soziale Organisation, die sich aus kleinen Produzenten von Bio-Kaffee zusammensetzt. Wir arbeiten daran, die Lebensbedingungen der Familien ihrer Mitarbeiter zu verbessern, damit sie ihre Grundbedürfnisse decken können: Nahrung, Kleidung und Gesundheit.

Das erste Projekt der Kooperative bestand darin, eine Nixtamal-Mühle und einen Laden für den täglichen Bedarf zu installieren. Das funktionierte sehr gut, da zu dieser Zeit, bei solchen Dienstleistungen nicht viel Wettbewerb herrschte. Leider wurde das Geschäft aber 1980 und 1981 zweimal von der guatemaltekischen Armee geplündert. Unter Vorschub zwefelhafter Gründe, versuchte diese weiterhin, systematisch die Genossenschaften aufzulösen. Damals wurden die sozialen Organisationen, von der Armee als subversiv eingestuft. Dass die Genossenschaft La Voz noch heute aktiv ist, ist der Beweis dafür, dass ihnen dies allerdings nicht gelang.

Die Kaffeeproduktion unserer Genossenschaft "La Voz", ist ein sogenanntes kleinbäuerliches System. Der Grund dafür ist, daß die Grundstücke der Mitglieder, jeweils weniger als einen Hektar groß sind. Das lokale konventionelle Maß beträgt durchschnittlich 13,44 Acres. Dies entspricht einer Produktionsmenge von 13 bis 14 Zentnern Traubenkaffee für jede Parzelle. Aus diesem Grund werden die Mitglieder unserer Kooperative als Kleinproduzenten eingestuft.

Die Gesamtfläche der Parzellen, der 64 Frauen und 98 Männer der Cooperativa La Voz, beträgt 157,28 Hektar. Dies entspricht einer durchschnittlichen Produktionsmenge von ca. 30.475 Zentner Traubenkaffee pro Jahr.

Bei einem geschätzten Ertrag von 490kg Pergamentkaffee pro Zentner Kaffee-Trauben, ergibt dies insgesamt eine Produktionsmenge von ca. 6.220 Zentner Pergamentkaffee im Jahr.


Vorteile der Kooperative:

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist die Kaffeeproduktion eine Arbeits- und Einkommensquelle für die meisten der rund 2500 Familien, die in der Region San Juan La Laguna, in Guatemala leben. Der Großteil dieser Familien ist Teil der Kooperative, da die Mitgliedschaft klare Vorteile für sie bietet:

  1. Technische und finanzielle Unterstützung der Mitglieder: Gemeinschaftliche Verfügung über wirtschaftliche Ressourcen und technische Kapazitäten. Dies ermöglicht ihnen, die für ihre Grundstücke erforderlichen Arbeiten, gemeinsam durchzuführen.
  2. Bildung einer ökologischen Kultur bei den Mitgliedern und deren Familien: Bei allen Mitgliedern wird die Anwendung der Grundsätze des ökologischen Kaffeeanbaus überwacht. Bei den Familien der Kooperative, werden verschiedene Aktivitäten zur Stärkung des Umweltbewusstseins durchgeführt. Es finden Sammlungen fester Abfälle statt, Aufforstungsprojekte, Sicherstellung der Lieferung von intern erzeugtem Saatgut, sowie die Koordinierung von Umweltaktivitäten mit Behörden und öffentlichen Einrichtungen.
  3. Zahlung eines fairen Preises an die Kleinproduzenten: Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung der Kooperative, versuchen jedes Jahr einen noch besseren Kaffeepreis zu auf dem internationalen Markt zu erzielen, damit die einzelnen Mitglieder einen fairen Preis für ihre Produkte erhalten. Das kommt letztendlich sowohl der Familie, als auch der Gemeinschaft zugute.
  4. Verringerung der internen und externen Migration der Mitglieder: Durch die Spezifizierung und Aufteilung diverser Arbeitsbereiche an die Mitglieder der Gemeinde, in Produktions-, Ernte- und Verarbeitungsprozessese entstanden feste Arbeitsplätze in der Produktion, der Nassmühle, dem Büropersonal und die beiden Cafeterias.
  5. Stärkung des Humankapitals: Durch Orientierung, Bildung, Ausbildung, und Fortbildung in den diversen Bereichen.