Cafe Gino fair & bio – Von den Vulkanen der Maya
In den vergangenen 500 Jahren, wurden die indigenen Völker Nord- Mittel- und Südamerikas, systematisch vom „weißen Mann“ ausgebeutet
und unfair behandelt. Es begann 1492 mit der Entdeckung der neuen Welt durch Columbus und eskalierte mit der darauf folgenden Eroberung durch Cortéz.
300 Jahre räuberische Abschöpfung sämtlicher Rohstoffe durch die Konquistadoren.
Danach folgten weitere 2 Jahrhunderte des systematischen Landgrabings durch amerikanische und europäische Groß-Konzerne.
Rücksichtslos und methodisch wurden die Maya, die ursprünglichen Besitzer des Landes in Guatemala, enteignet, vertrieben und um ihren rechtmäßigen Gewinn betrogen.
Mit Cafe Gino tragen wir jetzt dazu bei, diesen Zyklus der Unterdrückung zu durchbrechen und nachhaltig zu korrigieren!
Das „liberale System“ - Das Encomienda-System
Seit dem 16. Jahrhundert existierte in Guatemala, das von den Konquistadoren eingesetzte, feudale Encomienda-System,
in dem die indigenen Maya faktisch zu leibeigenen Bauern wurden und den kolonialen Besitzern tributpflichtig waren.
Dieses System kam somit auch bei der Herstellung von Kaffee zum Tragen und wurde in Guatemala, bis zur Revolution im Jahre 1954 beibehalten.
1831 wurde festgelegt, dass jegliche Vergabe von Grundstücken in Guatemala, im Rahmen von öffentlichen Versteigerungen durchgeführt werden muss.
Bei diesen Auktionen blieben die indigenen Gemeinschaften automatisch ohne Teilnahme, da sie nicht über die dafür erforderlichen Ressourcen verfügten.
1837 mussten per Gesetz, alle sogenannten freien Gebiete, die während der Kolonialzeit von den Maya geraubt wurden, privatisiert werden, um Kaffee anzubauen.
1858 wurde in Guatemala ein Dekret erlassen, welches die Enteignung von Land aus den indigenen Gemeinden, für den Kaffeeanbau in Guatemala genehmigte.
Die Gier nach der Errichtung solcher Kaffeefarmen, rief die unterschiedlichsten Taktiken, Normen und Gesetze, zugunsten nationaler und internationaler Landbesitzer, hervor.
Der Staat Guatemala beschlagnahmte Gemeindeland, das den indigenen Völkern sowie der katholischen Kirche gehörte, um den Kaffeeanbau zu fördern.
Zu dieser Zeit pflanzten wohlhabende Mestizen und ausländische Investoren große Mengen Kaffee an der Südküste des Landes.
Die indigenen Ureinwohner Guatemalas wurden als billige oder unbezahlte Arbeitskräfte, beim Bau von Straßen, Brücken, Parks, sowie landwirtschaftlichen Arbeiten auf den Farmen eingesetzt.
Wer sich nicht fügte, wurde für 15 Tage ins Gefängnis geworfen. Um die willkürlichen Maßnahmen zu legitimieren, wurde die Regulations Decree Law 177 erlassen.
Dieser Erlass garantierte den Großgrundbesitzern der Kaffeeplantagen in Guatemala, billige Arbeitskräfte in den Ernte- und Nachernteperioden.
Folgen des Encomienda-Systems für die Ureinwohner
Der von der Regierung Guatemalas in dieser Art und Weise vorangetriebene Kaffeeanbau, war für die indigenen Maya Völker Guatemalas sehr schädlich. Insbesondere aus folgenden Gründen:
- Er förderte den Kaffeeanbau auf Großplantagen von Großgrundbesitzern und enteignete dafür das Land der Maya
- Er belohnte die an der Revolution beteiligten Oberkommandeure. Sie erhielten das Land der Ureinwohner, die zu Unrecht von ihrem Gemeinschaftsland vertrieben wurden.
- Indigene Maya wurden dadurch gezwungen, aus ihren Gemeinden und aus ihren Städten auszuwandern, um auf den großen Kaffeefarmen zu schuften, auf denen ganze Familien lebten. Um sie zu befrieden, gab man ihnen kleine Parzellen, auf denen sie Mais und Bohnen anbauen konnten und sie erhielten Maisrationen, welche sie dem Arbeitgeber gegenüber loyal stimmen sollten. Diese bäuerlichen Arbeitskräfte, bildeten die Achse, auf der das sogenannte „liberale System“ von 1871 fußte.
- Die Indigenen standen unter der Herrschaft von regierungstreuen Bürgermeistern, die für die Entsendung der „menschlichen Kontingente“ zu den Kaffeefarmen, verantwortlich waren.
- Das Einwanderungsgesetz wurde dahingehend geändert, sodass es die Einwanderung von Ausländern begünstigte. Insbesondere Deutsche, Franzosen, Holländer und Nordamerikaner, die von den Indigenen als "Zivilisatoren" bezeichnet wurden. Tatsächlich haben diese Ausländer die Kultur der Maya stark beeinflusst, insbesondere in der Region der Verapaces und der guatemaltekischen Südküste.
- Per Gesetz galten Tagelöhner zwischen 18 und 50 Jahren als „faul“, wenn sie nicht nachweisen konnten, dass sie 150 Tage im Jahr auf einer der Kaffeefarmen der Großgrundbesitzer gearbeitet hatten.
- Der Straßengesetzerlass von 1874 besagte, dass jeder Einwohner, zusätzlich 2 Wochen arbeiten musste, um die Straßen zwischen den großen Kaffeefarmen in Guatemala zu bauen und instand zu halten. Jedem Arbeiter stand lediglich jeweils eine freie Arbeitswoche im Januar und eine im Juli eines jeden Jahres zu.
Aufgrund dieser gesetzlich verordneten Sklaverei, verloren die indigenen Maya in Guatemala ihre Familien, ihr Zuhause,
ihre Gemeinden und ihr Land. Sie wurden gezwungen auf den Kaffeeplantagen der Großgrundbesitzer, unter Bedingungen zu arbeiten,
die ihre Menschenwürde missachteten. Mangelernährung, fehlende Hygiene, Unsicherheit und nicht zuletzt die extremst niedrigen Löhne,
beeinträchtigten ihre Gesundheit und somit ihre Lebenserwartung.
Folgen des Encomienda-Systems für den Kaffeehandel
Auf der einen Seite wurden die indigenen Maya kontinuierlich und systematisch diskriminiert, ausgenutzt und benachteiligt.
Auf der anderen Seite, wurde die gesamte politische und wirtschaftliche Macht in Guatemala, in dem Koordinierungskomitee
der Verbände für Landwirtschaft, Handel, Industrie und Finanzen (CACIF) konzentriert. Mit der Konsequenz, daß bis heute,
Einzelpersonen und juristische Personen, die nach wie vor nur einen Bruchteil des Landes besitzen, noch immer Schwierigkeiten haben, ihre Produkte direkt zu vermarkten.
Aus diesem Grund können kleine Produzenten von Kaffee oder anderen Produkten, ihre Waren nicht direkt exportieren, selbst wenn sie gut (z.B. in Kooperativen)
organisiert sind. Denn sie befinden sich nicht an den, über Jahrhunderte etablierten Schaltstellen der wirtschaftlichen Machtstrukturen. So müssen sie
notgedrungen auf sogenannte Vermittler zurückgreifen, die -ohne jegliche Teilnahme an irgendeiner Phase des Produktionsprozesses- also rein mit dem Handel
des Kaffees, einen höheren Gewinn erzielen als die Maya-Kaffee-Kleinbauern, selbst.
