Frauenanteil, Kinder, Bildung und soziale Projekte


Eine der, vom Nationalen Institut Für Genossenschaften (INACOP) festgelegten Anforderungen zur Zulassung einer Genossenschaft, schreibt vor, mindestens 20 Gründungsmitglieder zu haben. Als sich bei der Gründung der Kooperative herausstellte, dass die erforderliche Anzahl von 20 Personen nicht zustande kam, versuchten die 15 anwesenden Männer, ihre Nachbarn zum Beitritt zu motivieren. Aber keiner von ihnen war daran interessiert, der Genossenschaft beizutreten. So sehr sie sich auch bemühten, war es ihnen nicht möglich, die erforderlichen 20 GründungsmitgliederInnen zu komplettieren.

Von daher wurden -aus purer Notwendigkeit, sozusagen- fünf Frauen aufgenommen - darunter die Frauen und Töchter derjenigen, die bereits auf der Liste der Gründungs-Mitarbeiter standen. Hierbei ist ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass es vor 40 Jahren alles Andere als normal war, daß Maya-Frauen sich offiziell an der Gründung einer sozialen Organisation beteiligten.

Sowohl aus kulturellen und sozialen, aber auch aus religiösen Gründen, war dieser Vorgang nicht einfach. Die Beteiligung von Frauen wurde damals verpöhnt -wurde sogar als Schande empfunden– stellte es doch die Frau als Wandererin dar, die dadurch vielmehr wie ein Mann, als wie eine Frau wirkte.


Frauenanteil in der Kooperative - Das Erbe der fünf Gründerinnen

Die fünf Frauen, die der Liste der Gründungsmitglieder notgedrungen hinzugefügt wurden, schlossen sich damals eher widerwillig an. Es ging bei der Gründung der Kooperative somit weniger um die Gleichstellung der Geschlechter, sondern vielmehr hatte die Miteinbeziehung von Frauen, rechtliche Gründe. Es mussten schlichtweg die gesetzlichen Anforderungen, hinsichtlich der Anzahl der Gründungsmitglieder erfüllt werden, damit die Genossenschaft am 28. November 1979 zugelassen werden konnte.

Glücklicherweise hat die damalige Einbeziehung dieser fünf Gründerinnen, bis zum heutigen Tage, viele mehr Frauen, zur Teilnahme an der Genossenschaft motiviert. Aus diesem Grund gibt es derzeit offiziell 64 Frauen und 98 Männer in der Kooperative. Hierbei ist zu erwähnen, dass Frauen in den letzten zehn Jahren, freiwillig und selbstbestimmt in das Führungsteam miteinbezogen wurden und inzwischen auch Teil des Verwaltungsrates und weiteren Ausschüssen, in denen wichtige Entscheidungen für den Betrieb der Genossenschaft getroffen werden, geworden sind.



Die Erntezeit dauert jeweils von November bis März. An der Ernte sind sowohl die Eltern, als auch die Kinder der Familien beteiligt, die hierfür Ihre Schulferien nutzen. Das Schneiden von Kaffeepflanzen ist eine leichte Arbeit, die auch von Kindern und Frauen geleistet werden kann.

Kaffeeschneiden ist explizit keine Arbeit zur Ausbeutung von Minderjährigen, sondern eine Aktivität die dem Zusammenhalt und dem Zusammenleben der Familien vor Ort dient. Die Familien unserer Kooperative sagen dazu folgendes: „Das gemeinsame Essen auf den Kaffeefeldern ist viel angenehmer als das Essen zu Hause“.

Das Wichtigste ist, dass die Einbeziehung der Kinder in das Tagesgeschäft, Teil eines Lern- und Entwicklungsprozesses ist. Dieser ist essenziell für die Weitergabe von Wissen über den Kaffeeanbau, an die kommenden Generationen.

Cafe Gino - rojo 250g

Cooperativa La Voz - helle Röstung

Cafe Gino - negro 250g

Cooperativa La Voz - dunkle Röstung