Geschichte des Kaffees und Kaffee Geschichten vom Atitlan See


Die Einführung des Kaffees am Atitlán-See, begann mit den Brüdern Manuel Díaz B. und Eduardo Díaz B., zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Ihre Farm befand sich auf dem Pampojilá-Grundstück, im Süden der Gemeinde San Lucas Tolimán, im Bezirk Sololá. San Juan La Laguna. Der Sitz der Kooperative La Voz ist ebenfalls eine der 19 Gemeinden des Departements Sololá. Die Fläche der Gemiende beträgt 38,18 km². Sie befindet sich im südwestlichen Teil des Atitlán-Seebeckens, in einer Höhe von 1.585 m bis 2.000 m über dem Meeresspiegel. Der Atitlan See hat eine Fläche von 125 km² und eine maximale Tiefe von 30 Metern.

Der Atitlan See wird von zwei Winden bewegt: Dem Nordwind, der von Panajachel in Richtung der Städte auf der Südseite aufsteigt und gelegentlich auftritt, sowie dem Südwind, der von Santiago Atitlán, San Pedro und San Juan La Laguna in Richtung Panajachel entsteht. Letzterer ist besser bekannt unter dem Namen "Xocomil", dem „Wind, der den See erschüttert“. Es gibt Legenden, die besagen, dass er gefährlich sei und die Ursache für Schiffsunglücke wäre. Aber in Wahrheit ist er eher ein freundlicher Wind, der die Hitze mildert - insbesondere im Sommer, wenn er zur idealen Abkühlung der Nachmittagshitze dient.


Über den helfenden Südwind – Die Legende von Xocomil

Xocomil/Viento Sur ist ein kastilischer Begriff. Die korrekte Übersetzung dazu wäre: Südwind. In der Maya-Sprache Tz’utujil wird er „Xkomeel“ geschrieben. Der Xocomil ist eine laue Brise aus dem Süden. Ein Wind, der weniger heftig ist, als der Nordwind.

Für die Maya Bauern, die Kichererbsen züchteten, war der Xkomeel-Viento Sur zur Erntezeit ihr Verbünderter und half ihnen dabei, die Spreu vom Korn zu trennen. Wenn er nicht aufkam, war es unmöglich, diese Arbeit zu erledigen. Oft mussten sie einige Tage, in einem bettlerischen Akt, warten, bis er auftauchte. Dann litten die Menschen, des Nachmittags und Nachts, unter Hunger und Kälte. Das Schlimmste war, dass sie die Arbeit, ungetan ruhen lassen mussten, mit dem Risiko des Diebstahls, der Ernte. Deshalb blieben die Bauern oder eines ihrer Familienmitglieder manchmal bis spät in die Nacht wach.

Die Aufgabe des Landwirts bestand darin, die Kichererbsenpflanzen mit einem Stock an einer freien Stelle des Ackers zu enterden und zu dreschen, um die sich in der Ernte befindlichen Körner, mit Hilfe des Xocomils, von der Spreu zu trennen. Dabei war die unentgeldliche Arbeitsleistung des Xkomeel – von wesentlicher Bedeutung: Sie bestand darin, die Kichererbsenkörner von der Spreu zu trennen. Dafür legte der Bauer eine Matte in die entgegengesetzte Windrichtung und den Haufen Spreu auf die gegenüberliegende Seite des Haufens. Mit einer Holzschaufel in der Hand warteten die Bauern dann geduldig auf das Erscheinen des freundlichen Windes und seine unentgeltliche Arbeitskraft. Sobald der Wind zu wehen begann, warf der Bauer sofort die Kichererbsenkörner in der Spreu, mit der Schaufel auf die Matte, sodass der Wind das Getreide von der Spreu trennte. Auf diese Weise erhielten die Bauern das geaäuberte Korn, das marktreif war.



Die Legende vom Ursprung des Atitlán-Sees und des Xocomil

Vor der Bildung des Atitlán-Sees gab es nur die drei Flüsse: San Francisco, Catarata und Jaibal. Sie entsprangen den drei majestätischen Vulkanen: San Pedro, Atitlán und Tolimán und ihre Flußläufe trafen sich an den Fußen der drei Vulkane. Jeden Morgen badete die Tochter eines Cacique der Maya Kaqchikel in einem der Flüsse. Ein schöne Jungfrau, mit langen Haaren, die ihren Rücken bedeckten. Mit ihrer süßen Stimme entzückte sie die drei Flüsse und so verliebten sich die Flüsse in die holde Maid.

Eines Morgens, nach ihrem Routinebad, sah sie einen bescheidenen jungen Mann vom Volk der Tz'utujil Maya, der von der Südseite der Region kam. Als sich die beiden jungen Menschen trafen, wurden sie von der Magie der Liebe angezogen, verliebten sich wahnsinnig ineinander und verloren sich in Raum und Zeit. Als die drei Flüsse diese Romanze sahen, wurden sie blind vor Eifersucht und fragten den Wind, wann die Liebenden denn zurückkehren würden, um sich wieder in ihren Wassern zu erfrischen. Dann, so planten sie, würden sie den jungen Mann die Tiefe ziehen, damit er im wütenden Wasser ertrinken und somit nicht bei der schönen Jungfrau bleiben könne.

Der tragische Moment kam und der junge Mann wurde von den Flüssen in die Tiefe gezogen, so dass er ertrank. Das Mädchen sah dies und sprang, ohne zweimal darüber nachzudenken, bewegt einzig von der Kraft der Liebe, ebenfalls in den Fluss und ertrank gemeinsam mit ihrem Geliebten. Als die drei Flüsse ihr Unglück erkannten, wurden sie noch wütender und stauten, vor lauter Wut, ihr Wasser.

Aus diesem Grund nimmt seither das Volumen und die Größe des Wassers zu und es entstanden der Atitlán-See und der Xkomeel-Südwind. Sie sind vom Schicksal zu untrennbaren Verbündeten vereint: Während der eine zittert, erfreut ihn der andere jeden Nachmittag, mit seiner Brise. Die Tz’utujil Maya sagen: Das zittern soll verhindern, dass die Liebenden wieder auftauchen und die Brise soll den Zorn ihrer Verwandten lindern.



Die Maya Stämme am Atitlan

Laut dem Buch „Memorial de Sololá“, waren die ersten Bewohner von San Juan La Laguna, im April 1524, vor den spanischen Eroberern geflohen, als diese das Königreich Tz'utujil in Chuwi Tinamit, auf der Ostseite des Vulkans San Pedro, zerstörten. Es wird angenommen, dass sich die Gruppe der ersten Familien am Fuße der archäologischen Stätte „Xe'kuku´ Ab´aj“ niedergelassen hatte, welche sich im südlichen Teil der heutigen Gemeinde befindet. Die verschiedenen Maya Gruppierungen zersprengten sich absichtlich. Sie wollten es den Ordensleuten der Conquistadoren so schwierig wir möglich machen, sie alle an einem Ort zu konzentrieren und sie in den Städten zu sammeln, um sie zu deren neuen Religion zu bekehren und zu taufen. Seither haben mehrere Generationen der Maya Völker Tz’utujil, Kaqchikel und K’iche das Atitlán-See-Becken gemeinsam bewohnt.


Die Gemeinden am Atitlan See

Im Atitlán-See-Becken wurden 11 Gemeinden gegründet: San Juan, San Pedro, Santa Clara, San Pablo, San Marcos und Santa Cruz La Laguna, Panajachel, Santa Catarina und San Antonio Palopó, San Lucas Tolimán und Santiago Atitlán. Kaffee wird in all diesen Gemeinden angebaut.



Kaffee und Religion

Aus religiöser Eifersucht gab es in Europa Widerstand gegen den Kaffeekonsum. Genau am Ende des 16. Jahrhunderts, wurde Kaffee zum Gegenstand der Diskussion zwischen der Elite des italienischen Klerus und dem produzierenden Gewerbe, welches zu dieser Zeit gerade mit der Kommerzialisierung von Kaffee begann. Der Grund dafür war, weil der Kaffee aus einer Region Ägyptens kam, in der die offizielle Religion überwiegend muslimisch war.

Kaffee wurde von einigen Führern des Christentums systematisch denunziert. Er wurde als "Werk des Satans" proklamiert, weil das darin enthaltene Koffein, beim Menschen einen Energieschub erzeugt, welcher es ihm ermöglicht, diverse Aktivitäten, ausdauernder und konzentrierter anzugehen und dabei weniger körperliche oder geistige Erschöpfung aufzuzeigen.

Als diese Beschwerde 1592 Papst Clemens VIII im Vatikan erreichte, beschloss dieser klugerweise, das Getränk zunächst persönlich zu verköstigen. Danach entschied er Folgendes: Es wäre Verschwendung, ein so angenehmes und natürliches Getränk, wie Kaffee zu verbieten, weil es die Eigenschaft hat, den menschlichen Körper mit Energie zu versorgen, die körperliche und geistige Verfassung stärkt und der Mensch von daher mehr Zeitmit Meditation, Konzentration, Studium und Arbeit, verbringen kann, ohne den christlichen Glauben zu beeinträchtigen. Der Kaffee wurde fortan als „christliches Getränk“ deklariert. Seit dem ist der Kaffeekonsum frei von religiösen Vorurteilen.



Heilende Eigenschaften von Kaffee

Don Domingo Cholotío Quic, einer der Gründer der Genossenschaft „La Voz“, berichtet: „Als ich ein Kind war, erzählten die Ältesten der Gemeinde, dass die Familien von San Juan La Laguna, bereits Ende des 19. Jahrhunderts, gemahlenen Kaffee, auf dem Markt oder in den Apotheken von Sololá und Panajachel, als Medikament kauften. Er sollte nicht zu den Mahlzeiten eingenommen werden, sondern wurde als Arzneimittel gegen Magenschmerzen, Hundebisse oder Wunden verwendet.

Das Wissen über die heilenden Eigenschaften von Kaffee blieb zwar erhalten, wurde jedoch, von den Familien nicht mehr als solches verwendet. Dies hat mehrere Gründe: Unkenntnis der neuen Generationen über die heilenden Eigenschaften von Kaffee, massive Werbung für synthetische Arzneimittel seitens der Pharmaindustrie und der Einfluss der westlichen Kultur auf das Maya-Volk seit der Eroberung durch die Europäer. So wurde im Laufe der Zeit, Kaffee durch Chemikalien ersetzt.

Als die Maya von San Juan La Laguna anfingen, Kaffee anzubauen, war der Kaffee in mehreren Ländern Afrikas, Europas, Asiens, sowie den Karibikinseln bereits, sowohl ein traditionelles Genussmittel, als aber auch Medizinprodukt. Die heilende Wirkung von Kaffee ist mehreren Kulturen und Völkern seit Generationen bekannt. Es besteht international Einigkeit folgender medizinischen Vorteile von Kaffee:

  1. Kaffee verbessert die Durchblutung
  2. Kaffee erweitert die Kapillaren
  3. Kaffee stimuliert die Gehirnfunktionen
  4. Kaffee heilt Wunden und Hautirritationen
  5. Kaffee korrigiert Verdauungsstörungen



Die Verwendung von Kaffee als Arzneimittel wird durch die Forschung und Diagnose von einigen Ärzten bestätigt. Hier ein paat literarische Querverweise hierzu:

1580 reiste Dr. Prospero Albino nach Äthiopien und Ägypten. Nach seiner Rückkehr veröffentlichte er sein Buch über die medizinischen Eigenschaften von Kaffee.

1583 verschrieb der Deutsche Mediziner Dr. Léonard Rauwolf seinen Patienten Kaffee, um Magenschmerzen zu heilen.

1871-1932 erfand der deutsch-guatemaltekische Arzt Federico Lenhoff Wyld den löslichen Kaffee und entwickelte dabei Sulfonamid, ein Medizinprodukt, das laut einer damals durchgeführten Studie, als Grundlage für zahlreiche Medikamente (z.B. Antibiotika) diente.


Die soziale Komponente des Kaffees

Kaffee ist seit Jahrzehnten Bestandteil der Identität der Menschen im Atitlán-Becken. Die Verkostung einer Tasse Kaffees, ist der Schlüssel für einen offenen Dialog zwischen Nachbarn, Freunden, Kollegen oder Geschäftspartnern. Diese soziale Praxis wird von den Maya Familien von San Juan La Laguna bis heute praktiziert - wo die Tasse Kaffee eine Geste der Höflichkeit für den Besucher darstellt und mit einer menschlichen Wärme serviert wird, die Vertrauen und Geborgenheit schafft.



Das Cayuco

Als Transport- und Fischerboot diente das Cayuco, ein mit Kiefernpech abgedichtetes Holzboot. Das Cayuco wurde schon immer für die Fischerei verwendet und war jahrzehntelang das einzige öffentliche Transportmittel für Passagiere und Fracht. Es trägt bis zu 40 Passagiere und hat somit eine Nutzlast von bis zu 3 Tonnen Fracht. Bis heute wird auch der Kaffee, z.B. aus der Gemeinde San Lucas Tolimán darin transportiert.


Der Palo Volador-Tanz

Nach historischen Interpretationen findet sich der Palo Volador-Tanz im heiligen Buch der Kiché Maya, dem Pop Vuh. Vor der Auswahl und dem Fällen des heiligen Baumes, führen die Tänzer das Ritual des heiligen Feuers durch, um die Natur zu bitten, ihnen bei der Auswahl des für den Tanz geeigneten Baumes zu helfen. Nach der Wahl des Baumes warten sie auf die Vollmondperiode, in welcher der heilige Baum dann gefällt wird..

Palo Volador bedeutet „Tanz mit dem Wind“. Es ist ein mystisches Ritual, welches von den Maya-Völkern in Guatemala durchgeführt wird. In 20 Metern Höhe und mit einem Seil um die Knöchel beginnt der Abstieg der tapferen Tänzer. Dafür kleiden sie sich in Kostüme von Affen und Tigern, kreisen um eine Stange und strecken ihre Arme aus. Dabei kommen sie mit jeder Umkreisung dem Boden näher. Der Palo Volador-Tanz ist ein Ritual zu Ehren des Santiago Apóstol.

Cafe Gino - rojo 500g

Cooperativa La Voz - helle Röstung

Cafe Gino - negro 500g

Cooperativa La Voz - dunkle Röstung